Warum das Rentier ein Held ist - nicht nur für den Weihnachtsmann!

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und wir hoffen, 2018 war gut zu Ihnen. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, doch bevor wir uns zurücklehnen, um uns eine Auszeit zu gönnen und mit der Familie oder Freunden fantastisches Essen und guten Wein zu genießen, möchten wir Ihnen frohe Feiertage wünschen.

Doch bevor es soweit ist, möchten wir Ihnen einen Superstar vorstellen - einen wahren Helden, der unbedingt ins Rampenlicht gehört. (Jemanden ins rechte Licht zu rücken, gelingt uns eigentlich immer ganz gut.)

Die meiste Zeit steht er zugegeben im Schatten eines dickbäuchigen, rauschebärtigen Mannes, der sich durch Schornsteine quetscht, um mit Geschenken kleine Kinderaugen zum Leuchten zu bringen:

DAS RENTIER

Aber wussten Sie schon, dass auch das Rentier einen tollen Job macht?

Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Mit Sicherheit kann man das jedoch nicht sagen, weil niemand hat bisher ein fliegendes Rentier gesehen. Außer dem Weihnachtsmann! Es gibt zwei Milliarden Kinder auf der Welt, und wir gehen einmal davon aus, dass rund 500 Millionen Kinder an den Geschenkeüberbringer glauben. Bei durchschnittlich 2,5 Kindern pro Familie müssten 200 Millionen Haushalte beliefert werden - in einer Nacht! Würden also Rudolph, Dasher, Dancer, Prancer & Co. zügig gesattelt und machten sich auf zu ihrem Trip durch die Nacht, bräuchten sie - bei klugem Ausnutzen der Zeitzonen - für die eigentlich achtstündige Schicht insgesamt 31 Stunden. Wären alle Haushalte gleichmäßig über den Erdball verteilt, so müssten die Rentiere zwischen den einzelnen Stopps lediglich 1,6 km zurücklegen. Insgesamt wären das jedoch, auf 200 Millionen Haushalte verteilt, 325 Millionen Kilometer. Eine beachtliche Entfernung, die man nur zurücklegen könnte, würden die Rentiere gut 10 Millionen km/h schaffen. Das wäre übrigens 9.700 Mal schneller als der Schall.

Neben der Geschwindigkeit kommt das enorme Gewicht hinzu. Den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird, rechnen wir mal nicht mit. Würde jedes Kind ein Geschenk bekommen, was nicht mehr als 1 kg wiegt, dann wären das 500.000 t Ladung Geschenke. Was die neun Gefährten vor dem Schlitten also alles leisten, ist fantastisch! Doch warum eignen sich ausgerechnet die nordischen Hirsche für diese Heldentat - würden Rothirsche diese Aufgabe auch erfüllen? Nein, denn Rentiere gelten als brave, gutmütige Zugtiere - und das schon seit Jahrtausenden. Darüber hinaus zeigen sie geringere Fluchtinstinkte als anderes Rotwild und verharren daher lange Zeit brav auf den Hausdächern, während der Weihnachtsmann den Schornstein hinunter rutscht und Geschenke verteilt. Daher sind sie zum treuen Begleiter des Weihnachtsmannes avanciert. Glücklich schätzen mag sich deshalb jeder, der ein Rentier sein Eigen nennen darf - nicht nur der Weihnachtsmann!

Für uns ist das ein guter Grund den WWF bei seiner Initiative "Spenden statt schenken" zu unterstützen. Der WWF steht für die Bewahrung der biologischen Vielfalt auf unserem lebendigen Planeten - für uns und unsere Kinder.

Mit seiner Aktion zum Schutz der Rentiere in Sibirien vor Wilderei soll die unnötige und brutale Jagd in Russland eingedämmt und gestoppt werden.

Rentiere werden in erster Linie wegen ihrer Geweihe und Zungen gejagt. Die gut durchbluteten Geweihe werden dem noch lebenden Tier entfernt, um für die traditionelle chinesische Medizin herzuhalten. Die Zungen gelten in asiatischen Ländern ganz einfach als Delikatesse.

Um der Wilderei den Garaus zu machen, bedarf es einer besseren Kontrolle des Gebietes und der Tiere. Der WWF unterstützt seine Tierschützer und staatliche Ranger in Russland bei der Anschaffung von Schneemobilen mit Anhängern, Satellitentelefonen sowie GPS-Halsbändern zur Besenderung der Rentiere.

Wir wollen dazu beitragen, dass auch in 100 Jahren noch Rentiere den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen und wünschen Ihnen, dass das Gespann in diesem Jahr auch auf Ihrem Dach einen ausgiebigen Stopp einlegt.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2019!