Interview mit Volker Ruf - Teil II

Zeitlicher Hintergrund zum Thema MS Dockville: Das Interview habe ich schon im August mit Volker geführt, also noch vor dem Festival.

Christian: Ich springe jetzt mal zum einem etwas anderen Thema. Seit wann genau bist du bei N&M?

Volker: Seit 15. Januar 2018.

Christian: Ich bin ja auch nur drei Monate länger da als du. Was ist denn bisher dein Eindruck von N&M?

Volker: Das ist 'ne gute Frage. Da ich standortübergreifend arbeite, habe ich mit sehr verschiedenen Menschen und vielfältigen Tätigkeiten zu tun - was sehr spannend ist. Man kann unter den Standorten wenig Vergleiche ziehen, denn durch die regionalen Besonderheiten gibt es überall andere Herangehensweisen, was die Firma sehr dynamisch macht. Was mir auffällt ist, dass wir gerade in einem spannenden Prozess sind um Synergien herzustellen. Bisher wurde viel lokal gemacht und jetzt ist man dabei standortübergreifende Prozesse zu bilden. Ansonsten ist mein Eindruck, dass wir uns auf konstruktive Art und Weise sehr selbstkritisch betrachten, indem wir schauen worin wir besser werden können. Was können wir beispielsweise für unsere Mitarbeiter tun? In einigen Bereichen sind wir ein gutes Stück voraus, in manchen vielleicht noch nicht so weit wie andere. Im Bereich Projekt- und Arbeitssicherheit sind wir etwa sehr weit vorne. Auch ist es spannend zu sehen wie detailliert wir alle auf Augenhöhe diskutieren. Das ist für mich sehr ungewöhnlich. Ich glaube es passiert heute immer weniger, dass jeder mitbestimmen kann, wenn es gut argumentiert ist und Sinn ergibt. Macht es hier und da langsam, aber sehr spannend.

Christian: Das kann ich nur bestätigen. Als ich bei N&M anfing haben mir einige Kollegen gesagt, dass man sehr schnell und sehr herzlich aufgenommen wird - was total stimmt - es aber auf jeden Fall ein halbes bis ein ganzes Jahr dauert, bis man die Strukturen der Firma einigermaßen verstanden hat. Würdest du das auch so sehen oder hast du andere Erfahrungen gemacht?

Volker: Was das Zwischenmenschliche angeht bin ich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen worden - auch standortübergreifend. Für die Einarbeitung in die Systeme und Programme könnte ich sicher eineinhalb Jahre einrechnen, damit ich das alles beherrsche (lacht). Wenn es um Entscheidungsprozesse und die Arbeit verschiedener Gremien und Arbeitsgruppen geht ist ein Jahr schon realistisch. Dann gibt es aber auch immer wieder Dinge, bei denen ich denke, dass sie sehr lange dauern und es dann doch sehr schnell geht und umgekehrt.

Christian: Das kenne ich nur zu gut. Mir passiert es immer wieder, dass ich mittwochs die gleichen To Dos habe wie montags, weil in der Zwischenzeit so viele andere Dinge reinkommen, dass ich mich umorganisieren muss. Übrigens finde ich es toll, dass ich eigentlich in jeder Niederlassung das Gefühl habe, dass die Kollegen so zusammengestellt sind, dass es passt und es keine Quertreiber gibt.

Volker: Ja, da sind wir eine sehr homogene Firma.

Christian: Genau. Und das hat mir bei einer Firma der Größe echt überrascht. Wie würdest du denn einen normalen Arbeitstag bei N&M beschreiben?

Volker: Also 'nen normalen Arbeitstag gibt's eigentlich nicht, weil es auch sehr stark davon abhängt wo ich gerade bin.

Christian: Wie häufig bist du denn unterwegs?

Volker: Im Schnitt könnte man sagen, dass es so zwei Tage die Woche ist. Da gehören dann aber auch Termine für die Prüfungsausschüsse und für die DEA, also die Deutsche Event Akademie, dazu. Wenn ich hier vom Büro aus arbeite, checke ich morgens natürlich zuerst meine Mails bzw. schaue mir meinen Tagesplan an. Dann kommen Aufgaben für die Ausbildung hier vor Ort, also Berichtshefte kontrollieren, schauen welche Azubis heute da sind und kurz mit ihnen sprechen. Außerdem kümmere ich mich um Schulungen und konzeptioniere neue Schulungen, wenn es welche noch nicht gibt, sie aber im Lehrplan der Ausbildung gefordert werden. Natürlich telefoniere ich auch sehr viel mit Kollegen und Ausbildern aus anderen Niederlassungen und versuche zu koordinieren, dass wir uns standortübergreifend immer mehr angleichen was die Ausbildung angeht, damit wir ein einheitliches Niveau bei den Azubis haben. Projektarbeit gehört natürlich auch dazu, wie jetzt aktuell beim MS Dockville. Das ist extrem umfangreich, weil man den Azubis nicht vorsagen will, was zu machen ist, sondern sie durch gezieltes Fragen in die richtige Richtung leitet.

Christian: Also eher unterstützend und nicht anleitend?

Volker: Richtig. Nicht vorsagen, sondern Szenarien kreieren. So nach dem Motto: "Bedenk mal dass das Dockville unter freiem Himmel stattfindet." So versuche ich sie dann dahin zu leiten, dass sie sich über Regenschutz für das Material und sich selbst Gedanken machen. Nicht dass man nachher da steht und keine trockenen Klamotten mehr hat.

Christian: Das wäre gerade hier in Hamburg eher ungünstig. Wo wir gerade beim Thema sind: Beim Dockville war von unserer Seite aus ja von Anfang an klar, dass es ein reines Azubi-Projekt werden würde. War da auch von vornherein klar, dass du ein wichtiger Teil der Patenbetreuung wirst?

Volker: Also es war von unserer Seite aus immer als Azubi-Projekt geplant. Die Planung ging schon los bevor ich bei N&M angefangen habe, aber es war auch von Anfang an klar, dass ich durch meine Funktion bei diesem Projekt eine Patenrolle übernehmen werden würden. Gerade zu Beginn war die Rolle gar nicht so klar definiert, weil ich selbst noch gar nicht wusste wie die Arbeitsprozesse bei N&M sind etc. Es hat sich dann aber schnell herauskristallisiert, dass ich sozusagen der Kleber bin, der alles so ein bisschen zusammenhält. Den Part habe ich mal Moderation und Koordination genannt. Als Erstes habe ich mir dann für alle Gewerke Kollegen gesucht, die ebenfalls die Rolle des Paten erfüllen. Die Rolle innerhalb des Projektes ist schon sehr umfangreich, weil ich die Schnittstelle für alle Gewerke bin und somit in viele Prozesse eingebunden bin. Außerdem muss ich im Auge behalten, dass links und rechts nichts liegen bleibt und nachfragen, wenn ich das Gefühl habe, dass eventuell etwas vergessen werden könnte.

Christian: Das Dockville steht jetzt vor der Tür. Kannst du schon im Vorfeld ein Zwischenfazit ziehen? Hat dich irgendetwas überrascht?

Volker: Eigentlich ist es dazu noch zu früh. Was ich aber schon sagen kann, ist, dass die Azubis noch eigenständiger und umsichtiger arbeiten, als ich dachte. Es gab nur wenige Momente in denen wir eingegriffen haben. Der Eigenantrieb ist schon sehr, sehr hoch. Das läuft ziemlich rund.

Christian: Das finde ich ziemlich beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt, dass Azubis aus allen Lehrjahren dabei sind.

Volker: Eigentlich ja nur das erste und zweite Lehrjahr, weil das dritte Lehrjahr gerade fertig geworden ist. Es gibt aber auch Momente in denen es hakt. Zum Beispiel wurde Material zwar eingetragen, aber nicht gebucht. Das sind dann "Kleinigkeiten", die nachher Probleme machen können. Was mich ein bisschen gewundert hat ist, dass man die N&M-Azubis bei dieser Art von Veranstaltung, also einem Festival, sehr weit vorne abholen musste. Eigentlich war das aber klar, weil wir Festivals ja kaum machen, und gerade dann ist es wichtig zu erklären, dass sich die Gegebenheiten von jetzt auf gleich ändern können. Grundsätzlich habe ich aber das Gefühl, dass die Azubis super zusammenarbeiten und sich auch standortübergreifend sehr gut vernetzen.

Christian: Noch ein letzte Frage zum Dockville: Wirst du Zeit haben auch einen Act zu sehen, auf den du richtig Lust hast?

Volker: Ich hoffe, dass ich die Zeit dazu haben werde. Ich bin ab dem ersten Aufbautag da und denke, dass ich mir zwischendrin sicherlich was anschauen kann. Ich nehme mir aber nicht vor einen bestimmten Künstler sehen zu wollen - das klappt nämlich aus Erfahrung nie.

Christian: Ein Frage zur Zeit nach dem Dockville hätte ich noch. Geht's danach zurück zu "business as usual" oder steht direkt das nächste Projekt an?

Volker: Es geht schon nahtlos weiter, weil im August und September unsere neuen Azubis anfangen. Die möchte ich natürlich kennenlernen und wir testen im neuen Lehrjahr auch einige Dinge.

Christian: Und zum Abschluss noch was ganz anderes: Wenn die Veranstaltungstechnik von heute auf morgen aufhören würde zu existieren, was würdest du stattdessen machen?

Volker: Gute Frage. Dann werde ich Schauspieler. (lacht) Oder ich widme mich dem allgemeinen Dozententum. Aber wenn es die Veranstaltungstechnik nicht gäbe...

Christian: Oder du könntest etwas machen ohne Vorkenntnisse haben zu müssen.

Volker: Dann werde ich Hubschrauberpilot!

Christian: Auch nicht schlecht und ein tolles Schlusswort. Vielen Dank für deine Zeit und das interessante Gespräch.

Interview mit Volker Ruf

Christian: Hallo Volker. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch nimmst.

Volker: Sehr gerne. Ich hab' mich gefreut, dass du gefragt hast.

Christian: Dann lass uns doch direkt einsteigen. Woher kommst du und was hast du vor N&M so gemacht?

Volker: Also ich bin ja ein gebürtiges Landkind und komme aus dem Hochschwarzwald, aus Breitnau. Das hat 1.800 Einwohner und 3.300 Kühe. (lacht) Naja, und da bin ich dann groß geworden und habe mein Abitur gemacht, weil ich für die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik noch zu jung war. Da ist das Jugendarbeitsschutzgesetz recht klar mit der Untergrenze von 18 Jahren. Das war für mich nachvollziehbar, aber ich wollte eigentlich sofort loslegen.

Meine erste Berührung mit der Veranstaltungstechnik hatte ich, als ich so 10 war. Da waren wir im Urlaub in einer Laserlicht-Show am Gardasee und von da an wollte ich Laserlichttechniker werden. Als ich dann herausgefunden habe, dass es den Beruf nicht gibt, war ich natürlich am Boden zerstört. Zum Glück gab es aber schon die Fachkraft für Veranstaltungstechnik als Alternative.

Ich war dann anfangs sehr lichtfixiert und hab' über Praktika und als Helfer bei Kumpels in Discos oder auf Hochzeiten und lokalen Veranstaltungen den Sprung in die Veranstaltungstechnik geschafft. Nach dem Abitur war ich dann ein Jahr Praktikant im Konzerthaus Freiburg.

Christian: Hast du dort dann alles gemacht oder warst du auch da spezialisiert in Richtung Licht?

Volker: Da hatte ich schon auch erste Berührungspunkte mit Ton und Video. Von da an war ich so ziemlich von allen Teilen der Veranstaltungstechnik fasziniert. Ende 2007 war ich dann auf einem Ärzte-Konzert. Da habe ich am FOH nachgefragt, wie die Ausbildungsmöglichkeiten sind. So entstand der Kontakt zu meinem Ausbildungsbetrieb satis&fy.

Die Ausbildung war in Werne im Ruhrgebiet. Nach der Lehre habe ich erstmal im Licht gearbeitet, wollte mich aber nicht so gern spezialisieren. Nach sechs Monaten bekam ich die Möglichkeit in die feste Crew von Fanta 4 zu rutschen, wodurch ich dann bei satis&fy in den Ton gewechselt bin und viereinhalb Jahre unterwegs war. Anschließend habe ich mich in Richtung aller Bereiche der Veranstaltungstechnik bewegt, vorher aber noch den Meister für Veranstaltungstechnik gemacht. Das war 2013/14. Im Zuge dessen bin ich dann in Kontakt mit dem Bereich Ausbildungsbetreuung gekommen und habe mich um die Azubis in Werne gekümmert. Zu der Zeit war ich auch in der Projektleitung und der Arbeitssicherheit tätig. Kurz nach der Meisterprüfung kam dann der Anruf der IHK und ich dachte mir 'Jetzt verliere ich den Meistertitel wieder'. Allerdings wollten sie wissen, ob ich zur Mitarbeit im Prüfungsausschuss bereit bin und seitdem bin ich dort aktiv. Außerdem wirke ich beim VPLT in den Bereichen Aus- und Weiterbildung mit.

Nach 10 Jahren in Werne kam, zusammen mit meiner Frau, der Wunsch nach Verlegung des Lebensmittelpunktes zurück in Richtung Heimat auf. Außerdem hatte ich das Bedürfnis nach beruflicher Veränderung. Die Chance bei N&M in Heimatnähe im Bereich Aus- und Weiterbildung etwas aufzubauen und meine eigenen Ideen einzubringen war dann sehr spannend und passte.

Christian: Du sagtest, dass du schon vor deiner Meisterprüfung im Ausbildungsbereich gearbeitet hast. War das aus persönlichem Interesse heraus oder weil es dir angeboten wurde?

Volker: Eigentlich sowohl als auch. Schon während meiner eigenen Lehre habe ich sehr gerne die Azubis in den Jahrgängen unter mir unterstützt. Ich wollte aus meinen Erfahrungen die Probleme in der Ausbildung - beispielsweise die langen Arbeitszeiten und den Anteil des Selbstbeibringens - verbessern. Da merkt man den Generationenunterschied. Die aktuelle Generation fragt in der Ausbildung eher warum sie etwas machen soll. Die Generation vorher war stärker orientiert in Richtung "Warum ist das so?" und da ist es wichtig, dass sich die Unternehmen anpassen.

In die Position bin ich aber durch meinen damaligen Personalverantwortlichen gekommen. Für mich war das damals eher zufällig. Von alleine wäre ich damals nicht in den Bereich gegangen, da mir auch die Arbeit mit der Technik total viel Spaß gemacht hat und immer noch macht.

Christian: Du hast den Generationenwechsel angesprochen. Innerhalb der Branche kommt die erste Generation so langsam ins Rentenalter. Das sind auch die Kollegen, die sich damals alles selbst beigebracht haben, weil es die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik noch gar nicht gab.

Volker: Genau. Die gibt es erst seit 1998 und der erste Abgangsjahrgang war dann 2000.

Christian: Merkt man bei den älteren Kollegen, dass sie im Bereich der Ausbildung bzw. Ausbildungsbetreuung eine andere Herangehensweise haben oder ist das unabhängig von Alter und Typ?

Volker: Sowohl als auch. Gerade ältere Kollegen kommen aus einer Zeit, in der man viel übers Nachfragen gelernt hat. Einige davon sehen bei der Ausbildung eher eine "Holschuld" der Auszubildenden, als eine Bringschuld der Ausbilder. Es gibt aber auch Kollegen, denen das Erklären sehr viel Spaß macht. Daher ist es vielleicht mehr eine Typfrage als die des Alters.

Man merkt aber, dass sich unsere Branche nach und nach verändert. Zum einen hängt das sicher damit zusammen, dass heute viel mehr und intensiver geschult wird. Auf der anderen Seite wird aber auch das Bewerberfeld breiter, weil man Leute erreicht, die die Arbeit als normalen Beruf sehen und nicht als Berufung - wie es bei den Firmengründern, aber auch bei mir noch der Fall war.

Christian: Geht das denn überhaupt, dass man den Job komplett ohne Enthusiasmus als "normalen" Job anfängt? Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich oft denke: "Das könnte ich von der Intensität nicht machen." Gibt es Bewerber, die sich ein bisschen blauäugig bewerben und dann erst später feststellen, dass der Job doch anstrengender ist als gedacht?

Volker: Auf jeden Fall. Deshalb bieten ja eigentlich alle Firmen mittlerweile Praktika an und die sollte man auf jeden Fall wahrnehmen, damit man weiß worauf man sich einlässt. Glücklicherweise kommen wir aktuell ja von der Problematik der viel zu langen Arbeitstage immer mehr weg. Außerdem gibt es ja auch sehr viele Jobs, bei denen ein geregelter nine-to-five Arbeitstag die Norm ist, beispielsweise in den Bereichen Werkstatt, Disposition und Fachplanung. Wer sich natürlich ganz nach oben arbeiten will, der braucht ein gewisses Feuer, damit er alle Facetten kennenlernen kann.

Christian: Da hast du absolut Recht. Es gibt mittlerweile ja immer mehr Jobs, die nicht direkt an Projekten beteiligt sind. Dazu gehören, neben den Kollegen aus dem HR-Bereich oder - wie ich - aus der Unternehmenskommunikation, auch die Mitarbeiter in der IT oder Logistik, die eigentlich keine Vorkenntnisse innerhalb der Branche haben müssen, um bei uns arbeiten zu können.

Volker: Das ist ein wichtiger Punkt, gerade was die Lagerlogistik angeht. Hier suchen wir immer nach Mitarbeitern, konkurrieren aber über unsere Branche hinaus mit großen Konzernen, was es für uns umso schwerer macht. Da merkt man, dass die Bewerber einen anderen Anspruch haben, weil große Konzerne - die in der Nähe unserer Standorte auch Fachkräfte für Lagerlogistik ausbilden - ein anderes Gehaltsgefüge haben und ganz andere Lagerdimensionen.

Mein persönliches MS Dockville II

Ein Azubibericht von Matangi Sumbél

Kaum sind wir auf dem Gelände des MS Dockville in Hamburg-Wilhelmsburg angekommen, bekomme ich auch schon die erste Staubwolke ins Gesicht. Als ich mich umschaue, fällt mir auf, dass der komplette Platz durch das trockene Wetter zu einer einzigen Staubwüste geworden ist. Das sah bei unserer Begehung vor ein paar Monaten noch anders aus. Ein bisschen tut mir das Material jetzt schon leid... aber das ist nun mal Rock´n´Roll!

Wenig später treffen nach und nach alle anderen Azubis ein und es liegt den gesamten Tag eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude in der Luft. Am Abend gibt es ein großes Kennenlernen und die ersten Infos werden kommuniziert. Dazu gehört auch die Sicherheitsunterweisung, die ich, als einer der projektleitenden Azubis, heute geben muss. Normalerweise höre ich immer nur zu, doch nun stehen über 40 Azubis um mich herum und hören MIR zu. Ich bin ein ganz kleines bisschen nervös, aber es klappt ganz gut. Nachdem alle informiert sind, beginnt der lockere Teil des Abends. Bei dem einen oder anderen köstlichen Getränk habe ich die Möglichkeit alle ein bisschen besser kennenzulernen. Die Stimmung ist gut und alle sind sehr gespannt auf den nächsten Tag, wenn es endlich mit dem Aufbau losgeht. Alle können es kaum erwarten und fragen schon wie denn der genaue Plan aussehe und wie wir denn im Einzelnen verfahren werden. Auch ich kann es auch kaum erwarten und hoffe, dass es keine bösen Überraschungen gibt und die monatelange Vorplanung aufgeht.

Wir starten am nächsten Tag pünktlich zur Mittagszeit mit dem Aufbau. Die Bühne wird von einem Dienstleister bereitgestellt und ist schon aufgebaut/aufgestellt, sodass das erste Team beginnen kann. Zu Anfang werden Traversen als Oberkonstruktion in das Bühnendach gehängt. An diesen sogenannten "Prerig-Strecken" hängen wir unsere Motoren, welche später die eigentlichen Traversen für die Scheinwerfer hochziehen sollen. Ein bisschen unsicher ist sich das Rigging-Team zu Beginn schon, findet dann aber ganz gut rein und arbeitet den vorbereiteten Plan präzise ab. Nach getaner Arbeit können alle zufrieden eine kurze Pause machen und durchatmen. Dann heißt es: Material sortieren.

Während die Bühnenbauer ihr Werk vollenden, mache ich mir mit der Toncrew Gedanken um die weiteren Schritte und wir verfrachten Material per Stapler zu den Orten, an denen es nachher verbaut wird. Wenig später ist die Bühne komplett fertig und kann von uns bestückt werden. Das Lichtteam macht sich an die Arbeit. Traversen werden "zusammengeklopft", an die Motoren "angeschlagen" (wie man im Fachjargon sagt), und das Rigg auf Arbeitshöhe gefahren, sodass bequem Lampen montiert werden können. Zur gleichen Zeit sind mehrere Tonteams im Einsatz und kümmern sich darum, dass es später "richtig fett" klingt. Die Verstärker werden unter die Bühne gestellt, beschriftet und konfiguriert, Kabelwege werden definiert und eine Kabeltrommel nach der anderen abgewickelt.

Zeitgleich wird die "Main-PA" gebaut. Die riesigen Boxentürme, die nachher rechts und links neben der Bühne hängen und die Zuschauer beschallen sollen, wiegen jeweils knappe 500 kg und werden Lautsprecher für Lautsprecher aneinandergebaut. Immer wieder stehe ich den Teams zur Seite und beantworte Fragen, wenn etwas nicht ganz klar ist. Zusätzlich versorgen unsere Tonpaten die Teams mit Wissen zu dem, was sie gerade tun, und sorgen so für den Theorie-Input während der Praxis.

Am Ende des Tages ist mein geplantes Ziel erreicht - zwar mit einer Stunde Verspätung, aber das ist völlig in Ordnung. Ich bin trotzdem zufrieden mit unserer Arbeit. Nach einer allgemeinen Feedbackrunde endet der erste Aufbautag. Wir Projektleiter planen noch kurz die Arbeitszeiten für den nächsten Tag, lassen dann aber die Arbeit ruhen und genießen den Feierabend mit interessanten Gesprächen mit den anderen Azubis und Festivalflair um uns herum.

Der zweite Aufbautag beginnt früh morgens. Nach einem kurzen Briefing sind die Teams schnell eingeteilt und mit vereinten Kräften geht es frisch ans Werk. Heute steht die Systemkonfiguration auf dem Plan. Bei Lautsprechersystemen dieser Größe ist es nicht mit "einstecken und aufdrehen" getan. Das intelligente System ist am Ende in der Lage jeden Lautsprecher einzeln anzusteuern, weiß wo er hängt und welche Lautsprecher davor und dahinter hängen. Ein "Selfcheck" des Systems verrät uns schnell, wo Kabel falsch gesteckt sind oder ob defekte Hardware verbaut wurde. Bei 150 Kabelwegen kann man schnell mal "daneben stecken", aber defekt ist nichts und nachdem ein paar Kabel umgesteckt sind, funktioniert alles zu unserer Zufriedenheit.

Nun ist das Einmessteam dran! Ziel ist es, die 70 verwendeten Lautsprecher als einen Gesamthöreindruck wahrzunehmen. Hierfür muss jede einzelne Lautsprecherbox angepasst werden. Dies funktioniert mit einer Software, einem Messmikrofon und in unserem Fall zusätzlich mit der Hilfe unseres Tonpaten. Am Ende des Tages wird das System von einem Ingenieurbüro offiziell abgenommen und wir können einen Haken hinter den erfolgreichen zweiten Tag machen, der somit zu Ende geht.

Nicht nur die Tontechnik war nun spielbereit, auch auf der Bühne war vieles fertiggestellt worden. Alle Lampen hingen an ihrem Platz, die Traversen waren auf Endhöhe gefahren und mit Einbruch der Dunkelheit begannen unsere Lichtoperatoren Lichtstimmungen zu programmieren und die Bühne einzuleuchten.

Auch an diesem Tag gab es eine Feedbackrunde, an der alle teilnahmen, und die positiven und negativen Aspekte des Tages ansprachen. Trotz der Anspannung, dass es morgen nun endlich mit dem Festivalbetrieb losgeht, war die Stimmung gut und alle guter Dinge.

Mein erstes Projekt II: Kabelverwirrungen

Sonntagmorgen. 6:30 Uhr. Der Wecker klingelt. Leise vor mich hin fluchend schleppe ich mich aus dem Bett ins Bett. Mittlerweile merke ich, dass es der siebte Arbeitstag in Folge ist: Muskelkater in den Beinen und leichte Rückenschmerzen. Ich bin den Büroalltag zu sehr gewohnt. Auf dem Weg zum Grand Elysee fallen mir die Augen immer wieder zu, also gibt's vor Ort erst mal 'nen Kaffee, damit ich in Gang komme.

Ein kurzer Blick auf den Ablaufplan verrät mir, dass heute der Bühnenaufbau dran ist. Außerdem wird der Ablauf für den nächsten Tag geprobt. Beides ist noch Neuland für mich, weshalb der Tag sicher spannend werden wird. Der Tag beginnt allerdings mit einer anderen Aufgabe: Es müssen noch ein paar zusätzliche Strom- und Netzwerkkabel verlegt und in Kabelkanälen versteckt werden. Das sollte ich doch problemlos und recht zügig schaffen. Zumindest denke ich mir das.

Recht schnell stellt sich allerdings heraus, dass es doch nicht so schnell klappen wird. Die Kabelkanäle sind schnell gefunden und so sortiert, dass nur die verlegt werden, die eine einheitliche Farbe haben. Ein oder zwei der Kanäle müssen noch mal etwas gebogen werden, damit sie keine Wellen werfen. Als ich mit dem Sortieren fertig bin, ist auch der Bühnenbauer mit dem Aufbau beschäftigt, sodass ich weiß, wo die Kanäle herlaufen müssen.

Glücklicherweise mache ich nicht den Anfängerfehler einfach drauf los zu bauen, sondern schaue mir zuerst an wie viele Kabel eigentlich zur Bühne müssen. Es sind zehn, also wird ein Kanal nicht ausreichen. Problematisch wird es, als ich versuche den Kabelstrang, der vom ersten Stock durch eine hohle Säule nach unten verläuft, zu kämmen. Leider wurden die Kabel so in sich verdreht nach unten verlegt, dass es keine Möglichkeit gibt sie einfach zu entwirren.

Ich versuche also Kabel um Kabel verschwinden zu lassen und fange an leicht panisch zu werden, als die untere Ebene der Bühne verkleidet werden soll. Wie sollen denn dann die Kabel da noch mit rein? Zum Glück sind die Kollegen vom Staging aufmerksam und haben schon lange mitbekommen, dass ich mit der Verkabelung zu kämpfen habe. Daher lassen sie das letzte Stück erst mal offen und helfen mit auch noch beim restlichen Verkabeln.

Als dann endlich alles fertig ist, fällt mein Blick auf die Uhr und ich stelle entsetzt fest, dass ich gut eineinhalb Stunden verbummelt habe, um sechs Meter Kabel zu verstecken. Auf den Schrecken genehmige ich mir erst mal einen zweiten Kaffee und melde die Arbeit als erledigt. "So ganz fertig sieht das aber noch nicht aus, oder?", ist die Reaktion meines Projektleiters. Ich schaue runter zur Bühne und muss feststellen, dass sich einer der Kabelkanäle vom Boden gelöst hat. Den hatte ich wohl nicht genug zu Recht gebogen.

Eine weitere halbe Stunde vergeht, in der ich mehr Klebeband benutze, um den Kabelschacht am Boden zu befestigen. Das Endergebnis sieht gar nicht so verkehrt aus. Trotzdem lerne ich aus dem Tag, dass Klebeband und Teppich eine ganz miese Mischung sind, und dass ich Kabelkanäle erst wieder benutze, wenn ich die zulaufenden Kabel vorher selbst gelegt habe.

Mein persönliches MS Dockville

Ein Azubi-Bericht von Vincent Hübler

Mein Name ist Vincent und ich bin bei N&M Auszubildender als Mediengestalter Bild/Ton. Das Dockville war eine großartige Erfahrung. Von der Veranstaltung an sich, bis hin zu den neuen Menschen, die ich über die Tage verteilt kennenlernen durfte.

Meine Aufgabe in diesem Jahr war es das Projekt "Dockville" aus N&M Sicht zu dokumentieren. Auch wenn ich selbst nicht wirklich aktiv am Auf- bzw. Abbau beteiligt war, nehme ich dennoch einige interessante Informationen und Erlebnisse aus diesem Projekt mit. Ich denke das war das Verhalten miteinander im großen Team sowie gewisse Gepflogenheiten on Stage und in Live-Situationen.

Mit der Kamera konnte ich unzählige Arbeitsschritte meiner Azubi-Kollegen filmisch festhalten. Diese warten momentan noch darauf in einem finalen Schnitt zusammengestellt zu werden. Im Prinzip konnte ich in jeden Bereich ausführlich reinschnuppern. Sei es der Aufbau der Gewerke Rigging, Ton oder Licht, die Installation des FOH, die Fertigstellung der Bühne und die ersten Proben, aber auch einzelne Gespräche und Interviews mit den Verantwortlichen des Produktionsbüros (Charly, Alex, Matangi; die ebenfalls in der Ausbildung sind) oder schlussendlich die Liveauftritte der Künstler.

Die ersten drei Tage war ich fast ausschließlich mit dem Filmen des Aufbaus beschäftigt. Ich würde fast behaupten, dass die acht Arbeitsstunden pro Tag definitiv zu wenig waren, um alles im Detail festhalten zu können. Aber dennoch konnte ich jeden Abend recht zufrieden meine Daten sichern. Nun bin ich selbst noch gespannt, was an Material alles zusammengekommen ist und wie das Video letztendlich aussehen wird.

Außerdem bin ich, wie auf fast jeder N&M Baustelle, sehr glücklich darüber gewesen, wie schnell ich als Nicht-Veranstaltungstechniker im Team aufgenommen wurde. Jedem war meine Aufgabe vor Ort klar und viele der anderen Azubis waren sogar sehr interessiert an dem was ich tat und versuchten viel zu fragen, zu helfen und vielleicht auch mal die ein oder andere Szene zu inszenieren.

Ich bin sehr dankbar für diesen Job und die damit verbundenen Erfahrungen. Die Veranstaltung hat sehr viele Freiheiten für mich mit sich gebracht, die gleichzeitig auch einiges an Vorbereitung abverlangten. Schon ungefähr zwei Wochen vorher habe ich mich ausführlich mit diesem Festival, den auftretenden Künstlern und dem Anfertigen eines Zeit- und Shotplans beschäftigt. Das hat sich definitiv gelohnt, denn auch wenn ich einige meiner Pläne etwas umwerfen musste, kann ich doch sagen, dass meine vorausplanende Arbeitsweise dazu beigetragen hat, dass ich vor Ort ordentlich und zielgerichtet arbeiten konnte. Trotzdem musste ich in vielen Situationen flexibel sein, mich an das Team oder das Dockville anpassen, und auf einiges, was ich vorher fest eingeplant hatte, verzichten. Dafür durfte ich aber an anderer Stelle wieder mehr machen als ich erwartet hätte – zum Beispiel konnte ich während der Auftritte einiger Künstler auf der Bühne und im Pressegraben arbeiten.

Deswegen würde ich sagen, dass mich das Dockville und der Job, den ich dafür machen durfte, vor allem in Sachen Selbstorganisierung und zielgerichteter Arbeit einen weiteren großen Schritt nach vorn gebracht haben. Im Großen und Ganzen waren wir ein sehr gutes Team und die Zeit während des Dockville wird mir sicher in Erinnerung bleiben.

An dieser Stelle auch noch mal ein großer Dank an die Organisatoren und natürlich ein Danke für die Annahme meines Vorschlages, zwei Dokus über das Dockville im Rahmen meiner Ausbildung bei Neumann&Müller zu drehen.

Mein erstes Projekt I

Sicherheitseinweisung, Unterschriftensammlung und die „Beförderung“ zum Lichttechniker

Als die Woche Praktikum im Lager zu Ende gegangen war, durfte ich direkt im Anschluss mit zu meinem ersten Projekt: die Jahreshauptversammlung eines großen Unternehmens in einem Hotel. Außer dem Projektleiter und einem Azubi kannte ich keinen der Namen, die auf der Crewliste standen. Also ging es Samstagsmorgens auf ins Ungewisse.

Überraschenderweise ist samstagmorgens im Zug doch mehr los als gedacht, also wurde es nichts mit einem kurzen Schläfchen. Am Bahnhof angekommen fielen mir zwei Stagehands (also für den Job gebuchte Helfer) auf, die ich tags zuvor schon im Lager getroffen hatte. Daher hänge ich mich an die beiden ran, damit ich den Weg finde und pünktlich da bin. Nach fünf Minuten Fußweg sind wir da und ich begrüße erst mal die beiden anderen bekannten Gesichter und lerne noch zwei weitere N&M Kollegen kennen.

 Nachdem wir uns kurz beratschlagen, lautet meine erste Aufgabe: Sicherheitsunterweisung an alle. „Lies dir einmal die Sicherheitsunterweisung durch und halte sie dann einmal gemeinsam für alle, die schon da sind.“ Gesagt, getan. Anhand des vierseitigen Ausdrucks hangele ich mich durch die Themen Sicherheit, Arbeitskleidung, Ersthelfer, Notausgänge und mehr. Auf die Rückfragen habe ich auch eine passende Antwort parat und lasse mir die Liste anschließend von allen unterschreiben. Ein guter Anfang also.

Als Nächstes warten wir auf die beiden LKWs, die unser Material anliefern. Das Rig ist am Abend vorher schon gebaut worden und wird gerade getestet. Scheint alles zu klappen, zumindest soweit ich das beurteilen kann. Dann steht der erste Lkw vor der Tür. Zusammen mit unserem Azubi, den ich schon aus der Woche im Lager kenne, koordiniere ich das Material so, dass es sinnvoll geordnet im Saal steht. Spart für den späteren Ablauf Zeit und ist übersichtlicher.

Der zweite Lkw lässt auch nicht lange auf sich warten und so haben wir den halben Saal schnell voll stehen. „Jetzt wo alles drin ist, könntest du doch den vorläufigen Lichttechniker spielen. Ich geb‘ dir mal den Plan fürs Rig, du schnappst dir zwei, drei Hands und ihr hängt die Leuchten rein. Kriegst du das hin?“ Ich muss wohl etwas entgeistert geschaut haben. „Keine Angst. Das machst du schon. Hängt mal auf und sobald die beiden Lichttechniker da sind, kontrollieren die das noch mal.“

Ich fange also damit an den Plan zu studieren, um zu verstehen, was genau hinter welchem Symbol steckt. Glücklicherweise sind die Hands deutlich erfahrener als ich und auch der Plan ist verständlicher als befürchtet. Wie lange wir letztendlich für alle Leuchten im gesamten Rig brauchen, kann ich nicht mehr sagen, aber das Ergebnis sieht – zumindest für mich – ganz respektabel aus. Auch die Kontrollen des Projektleiters und der Lichttechniker fallen positiv aus. „Die Sicherung müsste hier noch jeweils durch die Öse geführt werden, aber es hängt alles richtig.“ Das Lob fühlt sich verdammt gut an.

„Jetzt sind auch die ganzen freien Techniker da. Würdest du mit denen jeweils auch noch mal die Sicherheitseinweisung machen und ‘ne Unterschrift einsammeln?“ Klingt einfach, stellt sich aber als komplizierter heraus, weil natürlich alle schon im kompletten Saal und dem Gebäude unterwegs sind und arbeiten. Also stelle ich mich auf gut Glück jedem noch mal vor und gehe die Anweisung wieder und wieder durch. Der ein oder andere schaut mich ganz entgeistert an und entgegnet mir: „Hast du dich nicht eben schon mal vorgestellt?“ Irgendwann ist mir dann doch die Übersicht verloren gegangen. Immerhin kenne ich am Ende des Tages die Gesichter aller und auch fast alle Namen. Die Aufgabe wird mich allerdings die nächsten drei Tage noch verfolgen.

Lampentesten leicht gemacht

Was macht man in der letzten Stunde eines Arbeitstages, wenn das Tagesgeschäft abgearbeitet, alles für den morgigen Tag vorbereitet und auch schon aufgeräumt ist? Der Laie sagt jetzt vielleicht: „Man freut sich über die Pause und macht noch mal Kaffee.“ Aber falsch: Man testet natürlich die Funktion von verschiedenen Leuchten und Scheinwerfern.

Materialtests gehören in unseren Lagern natürlich dazu und sind eine der wichtigsten Vorarbeiten für Projekte. Denn was gibt es Schlimmeres, als ein gefährdeter Zeitplan, weil die Technik nicht funktioniert?

Also nichts wie los in die Leuchtenecke des Lagers. Die Teststation ist eine fest verbaute Traversenkonstruktion, deren Querverbindung mit einem Motor von oben nach unten bewegt werden kann. Nachdem wir sechs Leuchten aus ihren Cases geholt und die Quertraverse nach unten gefahren hatten, werden die Leuchten an den Strom und die Steuereinheit angeschlossen.

Und dann geht’s los: Bei allen Leuchten wird ein gleichzeitiges Testprogramm durchgespielt, das vor allem unseren lichttechnikbegeisterten Praktikanten, der den Test starten und durchlaufen lassen darf, richtig freut. „Das ist schon richtig geil!“, höre ich nicht nur einmal und werde von seiner Begeisterung angesteckt. Meine bisherige Erfahrung beschränkt sich auf eine dreikanalige Lichtorgel, die ich während meiner Teenagerzeit im Zimmer hatte. Deshalb ist es tatsächlich extrem spannend zu sehen, wie die Lampen sich parallel drehen, die Farben wechseln und heller und wieder dunkler werden. Sowas hätte ich damals auch gern an der Decke gehabt, um meine Freunde zu beeindrucken!

Mit dem ausgiebigen Test der Lampen sind wir dann absolut zufrieden, weil alles wunderbar und fehlerfrei funktioniert. Also wandert alles wieder vorsichtig (wir wollen ja beim Testen keinen Versicherungsschaden anmelden müssen) in seinen Cases und bekommt einen grünen „checked“ Aufkleber. Der nächste Job kommt bestimmt bald.

Und so endete sie dann, meine Woche im Lager Hamburg. Ich habe Vieles gelernt, viel erlebt und tolle Kollegen kennenlernt. Der Ausflug aus dem Arbeitsalltag zum Blick über den Tellerrand lohnt sich!

Der Ausflug ins Traversenlager

Nachdem ich mich an Tag Nummer 3 im Lager auf der Suche nach dem Lagerplatz der HDMI-Kabel am Vormittag nicht mit Ruhm bekleckert hatte, hielt der Nachmittag noch eine positive Erfahrung bereit. Am folgenden Wochenende stand eine größere Veranstaltung an und für die galt es Vorbereitungen zu treffen. Also marschierten wir nach dem Mittagessen einmal über den Hof ins Nebengebäude, das neben der Werkstatt auch das Traversenlager beheimatet.

Für die Veranstaltung waren 3- und 4-Punkt-Traversen verschiedenster Längen gebucht. Vom Entladen des LKW am Vormittag standen noch drei voll beladene Trolleys mit Traversen im Durchgang. Also mussten wir erst einmal Platz schaffen und die Träger nach Größe und Farbe sortieren und wegstellen. Da jede Traversensorte einen fest markierten Platz in der Halle hat, waren wir sehr zügig fertig und konnten damit anfangen, unsere Auftragsliste auf neue Trolleys zu packen.

Dabei galt es allerdings auf mehr aufzupassen als zuerst angenommen: Um die Last ideal zu verteilen, sollten die längsten Taversenstücke zu unterst und mittig gelegt werden. Zwischen jede Reihe werden Stapelhölzer gelegt, damit die einzelnen Traversen zum einen nicht verkratzen und zum anderen stabil transportiert werden können, ohne zu verrutschen. Um auf die richtige Größe zu kommen, müssen einzelne Stücke mit Konussen, Stiften und Splints zusammenmontiert werden.

Eine weitere Lektion, die wir zum Glück nicht auf die harte Tour lernen mussten, ist das Stapeln auf die richtige Höhe. Wer zu hoch baut, hat schnell einen umfallenden, weil zu schweren, Trolley. Im Gegensatz dazu sorgen zu niedrig gestapelte Trolleys dafür, dass der LKW ganz schnell voll steht, aber nach oben sehr leer ist. Geschicktes Ausnutzen des verfügbaren Raumes ist hier das Schlagwort.

Als die sechs Trolleys fertig gepackt waren (und das Lager wieder ordentlich aufgeräumt war), blieb noch ein Punkt auf der Packliste übrig: T-Verbindungsstücke. Ganze 36 Stück waren bestellt und die 5-Wege-Eckstücke, die wir auf Lager hatten, waren an 4 Ecken zusammengebaut und noch miteinander verbunden.

Da ein T-Stück aber bekanntlich aus drei angebauten Ecken gebaut ist, bestand unsere Aufgabe erst im Auseinander- und dann Zusammenbauen von Eckstücken. Also doppelte Arbeit! Wir teilten uns in zwei kleinere Gruppen auf und werkelten gut eineinhalb Stunden vor uns hin. Da die Arbeit relativ monoton war, gab sie uns die Möglichkeit unsere Kollegen ein wenig besser kennenzulernen, was nicht nur interessant war, sondern die Zusammenarbeit insgesamt noch entspannter machte.

Nach getaner Arbeit packten wir die T-Stücke auf zwei Paletten, zurrten sie fest und wickelten sie anschließend mit Folie ein. So geschützt konnten sie dann erst einmal bis freitags stehen bleiben.

Im Nachhinein betrachtet war es fast ein wenig traurig zu sehen, dass der Teil der Arbeit, der am zeitaufwendigsten war, im fertigen Rigg mit Abstand am unauffälligsten wirkte. Die T-Stücke sind klein und schnell verbaut, was während des Verpackens wahrscheinlich keinem von uns klar war.

Die verzweifelte Suche nach dem HDMI-Kabel-Regal

Tag 3, Lager Hamburg, früher Nachmittag: Der Filialverkehr - also das Material aus unseren anderen Lagern - ist aus dem Lkw geladen und zum ersten Mal darf ich Cases alleine aus- und wegräumen. Die ersten zwei, drei Cases klappt das auch wunderbar und alles findet seinen Platz. Dann bleibt noch ein großes 1200er Case mit Kabeln übrig. Das schnappe ich mir, ohne groß zu fragen, wohin die Kabel kommen. Schließlich sind die Regale nicht zu übersehen, weil es zwei große Reihen mit verschieden langen Kabeln sind.

Die Stromkabel sind dann auch schnell wieder dort, wo sie hingehören und es bleibt nur noch ein Fach mit HDMI-Kabeln übrig. Die checke ich auf eventuelle Kabelbrüche und Verschmutzungen (alle Isolierbandreste sind schnell entfernt). Jetzt nur noch weghängen, denke ich mir. Wo hab' ich die gestern noch mal hängen sehen? Also einmal vorsichtig an der ersten Regalreihe vorbeilaufen, um den richtigen Platz zu finden. Kein Glück. Dann mussten sie ja in der zweiten Reihe hängen. Wieder kein Glück. Hatte ich in der ersten Reihe alle HDMI-Kabel des gesamten Lagers übersehen? Ein zweiter Durchlauf - dieses Mal mit noch größerer Vorsicht und Sorgfalt. Wieder nichts gefunden. Bin ich blind?! Auf ein Neues in Reihe zwei, aber wieder nichts. Das kann doch echt nicht wahr sein. Ich frage jetzt nicht wegen der blöden Kabel nach Hilfe. Das bekomme ich auch allein hin.

Um einen besseren Überblick zu haben, lehne ich mich an ein Regal, das zwischen den beiden Kabelreihen steht. Von dort starre ich minutenlang geistesabwesend in die Gänge, bis mich ein Geräusch direkt hinter mir aufschrecken lässt. Jemand hatte etwas fallen lassen. Ich drehe mich um und habe schon in der Bewegung eine Offenbarung: Versetzt hinter mir steht ein kleineres Kabelregal, an dem neben DVI- auch alle HDMI-Kabel hängen.

Wie ich es geschafft hatte, das Regal die 15 Minuten beim Laufen durch die Gänge immer wieder zu übersehen, bleibt mir bis heute schleierhaft. Offenbar war ich schon am dritten Tag betriebsblind geworden. Verschämt hänge ich die Kabel auf und erzähle niemandem von meinem Fauxpas.

„Ameisefahren“ für Anfänger

Los geht's also in Richtung Hubwagen, allerdings nur für ein paar Meter. "Erst mal sollten wir uns um die theoretische Einweisung und Sicherheitsbestimmungen kümmern." Nach erfolgreicher Theoriebesprechung geht es dann aber doch ohne Umwege ans Gerät. Mittlerweile ist auch ein kleiner Hindernisparcours aufgebaut. "Zuerst fahrt ihr bitte einmal vorwärts an den Hütchen vorbei, damit ihr ein Gefühl für das Teil bekommt. Danach stapelt ihr die Paletten, hebt sie an und fahrt den Parcours einmal vorwärts und dann noch mal rückwärts. Zum Abschluss die Paletten wieder voneinander stapeln. Wer fängt an?"

Die Aufgabenstellung hört sich dann doch etwas komplizierter an und keiner möchte so recht anfangen. Ich melde mich dann aber doch als "Versuchskaninchen" und trete vor: Schlüssel umdrehen und starten. Einmal hupen, damit alle wissen, dass jemand mit dem Gefährt unterwegs ist und los. Der Wagen hat deutlich mehr Power als gedacht und macht erst mal einen Satz nach vorne, was zu allgemeinem Gelächter führt. Versuch zwei gelingt deutlich besser und ich schaffe es, den Parcours problemlos zu umkurven. Auch das Palettenstapeln klappt erstaunlich fehlerfrei. "Es ist besser, wenn du ein bisschen langsamer an die Paletten fährst, damit du sie nicht schiebst.", ist die einzige Korrektur.

Mit den Paletten auf den Gabeln ist das Vorwärtsfahren plötzlich gar nicht mehr so einfach und ich prompt fahre gegen das zweite Hütchen und anschließend in die imaginäre Wand dahinter. "Und schon hast du dich im Gang verkeilt!" Nach kurzem Gelächter manövriere ich mich wieder aus der Engstelle und fahre weiter. "Jetzt noch einmal rückwärts - und versuch' die Hütchen ein bisschen enger zu nehmen." Gesagt, getan. Rückwärts ist das Ganze komischerweise viel einfacher.

"Das war echt ganz gut fürs erste Mal. Der nächste bitte." So arbeiten wir uns alle um den Parcours. Beim einen gibt's bei den Paletten eine Korrektur, bei der anderen klappt das Kurvenfahren nicht auf Anhieb, aber es schlagen sich alle recht gut. "Wenn ihr die Woche so weitermacht, könnt ihr auch alle länger bleiben. Jetzt aber ab nach Hause und bis morgen!" Ein ereignisreicher und anstrengender erster Tag geht zu Ende.

Ein Neuling im Lager - Teil II

Die Mittagspause nutzen wir drei aus der Geschäftsleitung dann aber nicht nur zum Essen, sondern auch zum Kennenlernen der Kollegen. So erzählen uns beispielsweise die Azubis, weshalb sie sich für die Ausbildung zum Veranstaltungstechniker oder Lagerlogistiker entschieden haben. Das abschließende Raucherpäuschen vor dem Hallentor nutzen wir dann aber dazu den Kickertisch in Beschlag zu nehmen. So ein paar Jahre ohne Training machen sich allerdings echt bemerkbar und die meisten Tore fallen dann doch eher durch Zufall oder sind reine Kullerbälle.

Frisch gestärkt geht es also weiter. Damit der LKW, der vor dem Essen ausgeräumt wurde, nicht leer durchs Land fährt, müssen mehrere 1.200er Cases (1,20 m Transportcases), kleinere Rigging-Cases und 19"-Hauben gepackt und anschließend geladen werden. Natürlich mache ich schon beim Tippen (also Umstürzen) des zweiten Cases den Fehler an der Außenwand zu stehen. Timo, der für den Warenausgang zuständig ist und das Laden koordiniert, hat für sowas aber ein geschultes Auge und macht mich sofort mit den Worten "Christian, was machst du gerade falsch?" darauf hin. Ich drehe mich um und schaue in 6 grinsende Gesichter. "Kann es sein, dass ich falsch stehe?" "So sieht's aus." Aus solchen Fehlern lernt man und ab diesem Zeitpunkt stehe ich mittig.

So ein LKW ist schneller voll als man meint und zu siebt ist es auch ein Kinderspiel, selbst wenn drei der Helfer absolut unerfahren sind. Trotzdem wundere ich mich, dass es schon nach 14 Uhr ist. Bei körperlicher Arbeit vergeht die Zeit einfach wie im Flug. Als wir nach getaner Arbeit arbeitslos an der Rampe stehen, gibt es noch eine Überraschung. "Wir haben hier heute ja glücklicherweise ein bisschen Lagerfläche frei, also dürft ihr den restlichen Nachmittag euren Ameisenführerschein machen." Die Verwirrung ist uns dreien wohl ins Gesicht geschrieben, denn der Nachsatz "Das ist der Mitgehhubwagen, der da drüben steht." lässt keine 5 Sekunden auf sich warten.

Ein Neuling im Lager

Eigentlich ist es wie an jedem Montagmorgen. Der Wecker klingelt pünktlich um 6:30 Uhr und der Zug ist auch mal wieder zu spät und zu voll. Allerdings geht es heute nicht an meinen Bürotisch mit dem gemütlichen Stuhl direkt über der Hamburger Meile. Stattdessen geht es in unsere Niederlassung in der Berzeliusstraße in Billbrook. Für eine Woche heißt es jetzt packen und schleppen statt tippen und telefonieren. Ich habe wenig Vorstellung von dem was mich erwarten wird und auch keine Idee davon, was im Lager alles so bewegt wird.

Glücklicherweise war ich bereits vor ein paar Wochen zum kurzen Kennenlernen im Gebäude und kenne ein paar der freundlichen Gesichter. Außerdem sind meine Kollegin aus der Unternehmenskommunikation und unsere Auszubildende dabei, sodass ich mich zu Anfang nicht ganz so verloren fühle.

"Ihr habt ja eure eigenen Sicherheitsschuhe dabei. Klasse! Ich dachte schon, dass wir nicht genügend haben.", ist der erste Kommentar des Logistikchefs. Yes! Der erste Eindruck war gut. So fängt man gerne an. "Holt euch erstmal 'nen Kaffee, dann machen wir die Sicherheitsunterweisung." Das lässt man sich natürlich nicht zweimal sagen und schon gibt es eine kleine Schlange an der Siebträgermaschine.

Die Unterweisung ist dann nicht nur interessant und hilfreich, sondern zeitgleich auch noch kurzweilig (eine umgeworfene Kaffeetasse tut ihr Übriges dazu). Nachdem uns dann klar ist, wo wir unsere Hände und (notfalls) Augen waschen können und dass schwere Kisten besser zu zweit als alleine zu heben (immer aus den Beinen!), schleppen und verstauen sind, geht es los mit der Arbeit.

Mittlerweile ist es schon 11 Uhr und der Filialverkehr - also die bestellte Technik aus den anderen vier N&M-Lagern - ist schon ausgeladen und wird gerade eingeräumt. Wir stoßen zur Truppe dazu und werden aufgeteilt, um mitzulaufen. So erhalten wir auch ein erstes Gefühl dafür, welche Geräte wo gelagert werden und vor allem wie sie heißen (auch wenn ich mir die meisten Bezeichnungen am ersten Tag nicht behalten kann).

Obwohl das Lager in Hamburg verhältnismäßig klein ist, fehlt mir zu Beginn schon ein wenig die Orientierung. "Wo kommen die Linsen für die Leuchten gleich noch mal hin? Verdammt, hier stehen die Stative ... Stromkabel! Das sollte einfach werden. Oder auch nicht ... Warum gibt es hier 2 Gänge mit Stromkabeln!?!?" Glücklicherweise sind nicht nur die beiden Azubis, denen wir helfen, sondern auch die erfahreneren Kollegen, wahnsinnig nett und hilfsbereit.

Es ist dann doch alles recht schnell an seinen Platz geräumt und die nächste Aufgabe steht direkt an: Packen für den Filialverkehr. Zuerst ist allerdings Mittag angesagt.

Wer schreibt hier eigentlich?

„Ein Blog mit Geschichten und Anekdoten aus dem Berufsleben eines Branchenfremden?! Ist ja interessant sein, aber wer schreibt denn die Texte überhaupt?“ Berechtigte Frage und deshalb stelle ich mich heute einmal kurz vor.

Mein Name ist Christian, ich bin seit September 2017 Teil der Unternehmenskommunikation von N&M und hauptsächlich für den Onlinebereich zuständig. Wie schon im ersten Blogartikel erwähnt, hatte ich vor meiner Zeit bei N&M nichts mit der Veranstaltungstechnikbranche zu tun. Studiert habe ich nämlich englische und spanische Literatur- und Sprachwissenschaft – also thematisch etwas ganz anderes. Über die Umwege Trier, London und Berlin hat es mich jetzt zu N&M nach Hamburg verschlagen.

Nachdem man den halben Tag damit verbracht hat, neue Texte auf die Webseite einzupflegen, Informationen für Facebook-Posts zu sammeln und Bilder zu suchen, ist der kreative Ausgleich beim Schreiben eigener Texte eine sehr willkommene Abwechslung. Außerdem gibt es mir die Möglichkeit, die Welt der Veranstaltungstechnik aus einem etwas anderen und persönlichen Blickwinkel zu sehen und euch an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Innerhalb der nächsten Wochen und Monate bekommt ihr daher einige (hoffentlich unterhaltsame) Geschichten aus meinem N&M Alltag. Inhaltlich geht es erst einmal mit meiner Praktikumswoche in unserem Lager der Hamburger Niederlassung, meinem ersten Projekt und den Erfahrungen auf der Hamburger Sportgala sowie der Best of Events weiter. 

Natürlich möchte ich auch euch als Leser ein bisschen mit einbeziehen, daher freue ich mich sehr über Feedback, Anregungen und Ideen über unsere Schnellkontaktfunktion.

Aller Anfang ist … verwirrend

Beim Einstieg in einen neuen Job kommt man sich gerne mal vor wie ein unbeschriebenes Case-Label. Vor allem wenn man, wie ich, die Branche vorher gar nicht kennt und vom ersten Tag an mit Begriffen konfrontiert ist, die man vorher noch nie gehört hat. Daher war ich sehr froh, dass es direkt zu Beginn hieß: "Du musst auch mal aus dem Büro rauskommen und dir anschauen, was die Kollegen so tagtäglich machen." Also habe ich meinen Schreibtisch für eine Woche gegen Arbeitshand- und Sicherheitsschuhe getauscht, um in unserem Lager in Hamburg auszuhelfen.

Wie bereits gesagt, hatte ich bis zu meinem ersten Arbeitstag mit Veranstaltungstechnik rein gar nichts am Hut und so war auch die Einarbeitung für meine Kollegen im Lager nicht immer leicht. Sätze wie: "Kannst du mal vier von den 20 Meter Cat-Kabeln holen gehen?" oder "Wir brauchen noch zwei Kisten von den MAC Auras. Magst du die mal hinten von den Leuchten hierher fahren?", sind für niemanden im Lager ein Problem, mich stellten sie aber an den ersten Tagen vor mittelgroße Schwierigkeiten.

Die Sicherheitsanweisung am Montagmorgen war noch vollkommen verständlich. Nicht ohne Sicherheitsschuhe durchs Lager laufen und nur mit Erfahrung beim Beladen des LKW an der Seitenwand stehen, damit man die Woche mit allen Extremitäten intakt beendet. Das leuchtete mir problemlos ein.

Das Hamburger Lager ist im Vergleich zu unseren anderen Standorten das kleinste, sodass man sich als Neuling zumindest nicht komplett in den Gängen verlaufen kann. Trotzdem erschlug mich die Anzahl an Bildschirmen, Lautsprechern, Verstärkern, Scheinwerfern und Kabeln zu Anfang. Man muss schon ein gewisses technisches Interesse und Verständnis haben, um alles problemlos auseinanderhalten zu können (die Beschriftung auf vielen Cases ist aber sehr nützlich). Mit reichlich Hilfe und Geduld der Kollegen klappte es aber doch recht gut und einiges fand ich zum Ende hin sogar ohne nachfragen zu müssen.

Nachdem dann der x-te Lkw ent- und wieder beladen wurde und ich zum wiederholten Male den falschen Bildschirm in den Ladebereich geschoben hatte, erschloss sich mir auch nach und nach, worüber den ganzen Tag gesprochen wurde. Meine Verwirrung wich schneller als ich dachte und mit dem Verständnis für die Geräte kam auch das Verständnis für den Spaß und die Begeisterung, mit denen in unserem Lager über die (Veranstaltungs-)Technik gesprochen und damit umgegangen wird.

Einige der lustigsten und interessantesten Geschichten zu meinem neuen Alltag bei N&M werdet ihr hier in den nächsten Wochen und Monaten zu lesen bekommen.