Von Major Tom bis Ziggy Stardust: David Bowie-Ausstellung im Berliner Gropius-Bau

300 Exponate hat David Bowie für die internationale Wanderausstellung ausgewählt, die nun bis August im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen ist. Neumann&Müller setzte die persönlichen Ausstellungsstücke und Bühnenkostüme ins rechte Licht und installierte die Medientechnik.

Berlin - 10. Juli 2014

Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 155. Eine 7-Zimmer-Altbauwohnung im Westen der geteilten Stadt. Auf dem Höhepunkt von Kaltem Krieg und Heißem Herbst sucht ein britischer Künstler, der in den Vereinigten Staaten bereits ein Superstar ist, so etwas wie eine persönliche Zuflucht. Es werden David Bowies kreativste Jahre, sagen Musikkritiker heute. In den Hansa-Studios am Potsdamer Platz, und damit direkt an der Mauer, entsteht zwischen 1976 und 1978 das "Berliner Triptychon": die Alben "Low", "Heroes" und "Lodger".

Ein Beleg dieser schöpferischen Zeit ist der Schlüsselbund zur Schöneberger Wohnung. Er gehört zu den 300 Exponaten der David Bowie-Ausstellung, die seit dem 20. Mai im Martin-Gropius-Bau gastiert. Die multimediale Ausstellung kuratierte das "Victoria und Albert Museum" in London, die Berliner Etappe veranstaltet die internationale Kommunikationsagentur "Avantgarde".

Neumann&Müller Veranstaltungstechnik wurde von Avantgarde mit der Planung und Realisierung des Ausstellungslichts und der Installation der Medientechnik für die multimediale Show beauftragt. Zudem war N&M für den Einbau der von Sennheiser zur Verfügung gestellten Tontechnik zuständig. Das Team um Projektleiter Philippe Lefranc inszenierte auch die Lichttechnik für die Eröffnung der Ausstellung, zu deren Gästen neben viel Bühnenprominenz auch Bundesaußenminister Steinmeier zählte - er hielt die Eröffnungsrede.

Die Ausstellung präsentiert neben persönlichen Sammlungsstücken des heute 67-jährigen Ausnahmekünstlers Musikvideos und Spielfilm-Sequenzen, handschriftliche Songtexte, Modelle der Set-Designs, persönliche Bilder, gezeichnete Selbstportraits und Werbefotografien. Zu sehen sind außerdem 60 Outfits der Bowie-Inszenierungen, unter anderem der Ziggy Stardust-Overall der 72er Tournee und die roten Plateau-Lack-Stiefel, die er während der "Aladdin Sane"-Tour trug.

Wichtiger Bestandteil des Ausstellungskonzeptes ist natürlich der Sound. In Zusammenarbeit mit Sennheiser wurde von den Kuratoren eine visuelle Erlebnisreise in höchster Tonqualität kreiert, die Bild und Klang eindrucksvoll verbindet. Spezielle "guideports" liefern Besuchern so den Soundtrack passend zu den Exponaten und Videos.

Bowies Zeit in Berlin wird im Martin-Gropius-Bau eine eigene Sektion gewidmet. 60 Exponate sind hier neu hinzugekommen, die teilweise erstmals öffentlich gezeigt werden und die künstlerische Entwicklung illustrieren; zudem Orte und Personen, die für ihn bedeutsam waren. Den anderen Wohnungsschlüssel für den Berliner Altbau hatte übrigens sein Kumpel Iggy Pop, mit dem er sich die sieben Zimmer aber nur eine Zeit lang teilte. In einem Interview mit dem Tagesspiegel berichtete Bowie, dass dieser ständig den Kühlschrank leer futterte und er im KaDeWe für den Nachschub sorgen musste. Zuweilen hatte Major Tom augenscheinlich ganz irdische Probleme zu bewältigen...

"David Bowie", Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin, 20. Mai bis 10. August 2014, Tickets: Erwachsene: 14 Euro (zuzüglich 1,20 Euro VVK-Gebühren), Ermäßigt: 10 Euro (zuzüglich 1,20 Euro VVK-Gebühren), Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren: kosten-loser Eintritt. Mehr Infos und Tickets auf www.davidbowie-berlin.de.

ACHTUNG: Die Ausstellung wird auf Grund der großen Nachfrage bis zum 24. August verlängert!

 

Fotos: Avantgarde/ Nilz Böhme; Thomas Bruns