High Definition Projektionsshow zum 2. Geburtstag des Dubai International Financial Centre von HQ Creative und Neumann & Müller

Die in München ansässige Dependance von Neumann & Müller arbeitete eng mit der Produktionscompany HQ Creative in Dubai zusammen, um eine atemberaubende High Definition AV/Projektionsshow für diesen Event auf die Beine zu stellen - gefeiert wurden die letztjährigen Spitzenleistungen des Dubai International Financial Centre (DIFC). Die 2.673 Quadratmeter große Marmorfront des 74 Meter hohen DIFC-Gebäudes - ein bekanntes Wahrzeichen Dubais - einschließlich eines zusätzlichen zentral angeordneten, diamantförmigen Bildschirms wurde mit HD-Bildern bespielt. Dies ergab eine eindrucksvolle Gesamtauflösung von 4.628 x 3.990 Pixel und erzielte für die bewegten, stehenden und animierten Bilder einen unglaublich realen 3D-Effekt.

In einer 25-minütigen Firmenpräsentation enthüllten vertikal laufende Modells die Front des Gebäudes, bevor ein Konzert mit Jose Carreras und der arabischen Sängerin Hiba Al Kawas begann. Während des Konzerts wurden weitere Projektionen und eine Mischung aus IMAG-Bildmaterialien vorgeführt. Diese wurden ebenfalls von Neumann & Müller und Crew geliefert, die auch die Versorgung mit Beleuchtung- und Tonausrüstung koordinierten.

Projektion

DIFC 2 baute auf das erfolgreiche Konzept des letzten Jahres auf, welches das Gebäude und seine Umgebung für die Show nutzte. Dieses Mal wollten HQ und N&M bezüglich AV noch ein Stück weiter gehen und die komplette Oberfläche des DIFC-Gebäudes für die Projektion nutzen. "Die Erfahrungen mit der letztjährigen Show bestätigten, dass wir mit dem Gebäude als Projektionsfläche noch mehr machen könnten", erklärte die HQ Kreativ-Direktorin Katie Viera.

Bill Pugh, N&M-Projektmanager und technischer Direktor sowie Jo Marshall, Produktionsdirektor von HQ, arbeiteten in Fragen der Logistik und praktischer Anwendung eng zusammen, um das Ereignis zu inszenieren. Bei der Entwicklung des Show-Contents arbeiteten Katie Viera und Daz Jamieson, der Creative Producer von HQ, mit Klaus Ostermayer, dem Chef des N&M-Studios in München zusammen. Die Bilder und Gestaltungsarbeit beruhten auf einer thematisch wissenschaftlichen Erzählung, die als künstlerische und intelligente Live-Kommunikation ausführlich über die Ergebnisse und zukünftigen Bestrebungen von DIFC berichtete.

Vor Ort nutzte die Produktion weitgehend das im letzten Jahr benutzte Rigging-Konzept, um Licht- und Tonequipment zu positionieren. Darunter befand sich die 20 Quadratmeter große, zusätzliche Projektionswand.

Für die AV-Programmierung zeichnete Klaus Ostermayer von N&M verantwortlich. Er wählte das Dataton Watchout System für Design und Kontrolle der Show aus, das aufgrund seiner Features bestens geeignet war. Die hoch aufgelösten Zeichentrickfilme wurden in Zusammenarbeit von HQ Creative und Atomic Arts in London als unkomprimierte QuickTime Movies im 4.620 x 3.990-Format produziert. Danach wurden sie in 15 Windows-Media-Dateien aufgeteilt. Das Rendering dauerte etwa 20 Minuten pro Frame! Der Show-Inhalt (Bilder, Video und Zeichentrickfilm) wurde im Watchout-System, bestehend aus einem Steuerungscomputer und 15 Hochleistungs-Computern als Zuspieler, zusammengesetzt. Die 15 einzelnen Zuspieleinheiten wurden vertikal und horizontal mit Softedge-Blending bearbeitet, um ein nahtloses Bild zu schaffen. Watchout wurde auch dazu benutzt, die Zuspielungen für die zentrale, diamantförmige Projektionsfläche entsprechend zu maskieren.

Je zehn Projektoren des Typs Digital Projection LlGHTNING 30sx+ mit 3-Chip DLP-Technologie (16.000 ANSI-Lumen) wurden auf drei 30m hohen FOH-Türmen positioniert, um die Bilder auf den Bogen zu übertragen, sechs Digital Projection HIGHlite 12000Dsx+ bespielten den mittleren Abschnitt. Bei 18 m Höhenunterschied zwischen den Projektorpositionen und dem höchsten Punkt des Gebäudes mussten an einigen Projektoren wesentliche Korrekturen der Perspektive vorgenommen werden, die mit einem Folsom Screen Shaper VMS 100 und einer 3D-Vermessungssoftware erzielt wurden. N&M lieferte auch vier Thomson LDK200 Kameras und einen Sony MFS Vision Mixer 2000, um während der Abendveranstaltung Live-Bilder der Künstler und Redner projizieren zu können. Eine der Kameras wurde auf halber Höhe über den Sitzplätzen und die anderen drei in der Nähe der Bühne installiert. Die zwölfköpfige Videocrew von N&M wurde von Michael Würschinger geleitet. Zur Steuerung und Mischung des Live-Video-Contents für die zentrale Projektionsfläche, die mit vier Barco FLM-R20s bespielt wurde, diente ein Barco Encore System. Chris Saunders von XL Video erstellte im Auftrag von HQ eine DVD-Aufnahme des kompletten Events, unabhängig von den Kamerabildern der Live-Show.

Licht

Der in England ansässige Lichtdesigner Nick Jevons war bei der Produktion ebenfalls wieder an Bord. Sein Trussing-Konzept - das diamantenförmige DIFC-Logo widerspiegelnd - wurde als architektonisches Merkmal des Lichtdesigns beibehalten. "Es war eine sehr Video-bezogene Show", sagte Jevons, "und somit hatte die Beleuchtung eine wichtige, sehr spezifische Rolle zu spielen." Er begann seine Arbeit an den kreativen Beleuchtungsideen zusammen mit Bill Pugh zwei Monate vor der Show.

Da dieses Jahr das Rigg so hoch angebracht wurde, brauchte Jevons leistungsstärkere Lampen, um auf die unten liegende Bühne zu gelangen und wählte hierfür zehn Alpha One Falcon Beam 3kW Moving Lights. Das weitere Lichtequipment setzte sich aus Martin MAC 2000 Profile, High End Studio-Beam-PCs, PAR 64, LED PARs (zum Einfärben der Truss), Martin Atomic Strobes und Linsenscheinwerfern zusammen. N&M lieferte auch vier Alpha One Falcon-Beam 7kW - die ihre Weltpremiere hatten. Sie wurden paarweise an jeder Seite auf dem Boden positioniert, beleuchteten das Gebäude und schickten während den Show-Einlagen neun Kilometer lange Lichtstrahlen in den Himmel. Für die Auftritte von Carreras und Al Kawas standen zudem Verfolgungsscheinwerfer zur Verfügung. Das Lichtdesign wurde von Michael Baganz mit einer grandMa-Konsole gesteuert.

Beschallung

Den Ton koordinierte Dex Smith für N&M, der eng mit dem ortsansässigen Andy Jackson arbeitete. Letzterer beschaffte auch das Equipment für den Konzertteil der Show. Das für die Firmendarstellung benutzte d&b-System wurde von N&M geliefert.

Ein JBL Vertec 4888 Line-Array-System wurde sowohl wegen seines geringen Gewichts für die Main-PA gewählt, da die Trusskonstruktion nur eine begrenzte Last zuließ als auch wegen seiner exzellenten Abstrahlcharakteristik. Den nötigen Bassschub lieferten am Boden gestackte VerTec Subs, davor befanden sich d&b Q1s als Outfills.

Das Londoner Symphonie Orchester wurde von Brad Cohen dirigiert und mit einer Kombination aus Ambience- und Einzelmikrofonierung abgenommen. Simon Honeywill mischte den Sound auf einer Midas H3000 Konsole. Honeywill kümmerte sich auch um das Sounddesign von Carreras und Al Kawas. Das Monitoring erfolgte über Floormonitore, zusätzlich wurden das Streichquartett, das die Veranstaltung eröffnete, sowie Soloinstrumente des Orchesters zusätzlich mit Sennheiser In-Ear-Monitoring versorgt. Die Beschallung während der Firmendarstellung mischte Ekki von Nordenskjöld auf einer Yamaha DM2000 Konsole, die sich während der Proben als sehr flexibel für die Feinabstimmung erwiesen hatte. Die Darstellung der Musikstücke wurde besonders arrangiert. Die Überleitungen zwischen den Stücken wurden von Molly Nyman und Henry Escott geschrieben, die zuvor Rough-Mixes zur Verfügung stellten, und es N&M somit ermöglichten, den Ablauf vorzuprogrammieren.

Das Audioplayback für die FirmendarsteIlung wurde auf Festplatten gespeichert und mit dem Timecode des Watchout-Systems synchronisiert in 5-Kanal-Surround abgespielt. Sieben weitere d&b Q1 (fünf zum Array gestackt, zwei einzeln gestellt als Fills) lieferten den rückwärtigen Surround-Effekt. Akustisch gesehen war der Veranstaltungsort verhältnismäßig angenehm", sagte von Nordenskjöld, "trotz der reflektierenden Oberflächen und der umliegenden Gebäude in der Umgebung."

Ausblick

DIFC 2 war ein grandioser Erfolg. Der HQ Kreative Jo Marschall fasst zusammen: "Die technische Komplexität und die Inhalte der Projektion bewegten sich in einer Dimension, die nie zuvor stattgefunden hat. Alle Beteiligten haben hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass der Event stattfinden konnte und spektakulär aussah. Die N&M-Crew war außerordentlich hilfreich - sie beherrscht die kreativen sowie technischen Aspekte perfekt und machte damit die Produktion noch hochwertiger."

Text: Nicola Pfitzenreuter/Louise Stickland

Fotos: Louise Stickland & David Morrell